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Kosten für Wärmedämm-Verbundsysteme – wie hoch sind die eigentlich?

Einige Gedanken von Alfred Jauernig, Assistent der Geschäftsführung.

Wenn Sie jemanden fragen, was so ein Wärmedämmverbundsystem eigentlich kostet, werden Sie die unterschiedlichsten Antworten erhalten. Diese Antworten starten bei „20 Euro pro Quadratmeter“ und reichen bis in utopisch hohe Bereiche von 250 Euro und mehr. Und vor allen Dingen: „Ein bisschen Recht hat ja jeder“ – um es mal bayerisch auszudrücken. Wie kommt das?

Die Antwort „20 Euro pro m²“ bezieht sich eben nur auf das reine Kleben von ungefähr 8 bis 10 cm dickem Dämmstoff – ohne Untergrundvorbehandlung, ohne Grundierung, ohne Gerüst und ohne Mehrwertsteuer. Nach Armierung und Oberputz wurde ja auch nicht gefragt. Aber mit einer solchen Aussage hat man natürlich erst mal das Interesse des Kunden geweckt: Klingt günstig und wer spart denn nicht gern?

Naturgemäß bin ich hier im Büro einer der Ersten, der von Interessenten gefragt wird, was so ein Wärmedämmverbundsystem eigentlich kostet. Und dabei hört man schon häufig den Hintergedanken: „So teuer kann das ja wohl nicht sein. Die kleben doch nur Styropor. Das ist doch das gleiche Zeug, dass ich neulich bei der Lieferung von dem neuen Kühlschrank oder Fernseher bergeweise weggeschmissen habe.“

Was kostet also eine nachträgliche Dämmung an einem Haus?

  • Zuerst einmal muss der Untergrund vorbehandelt und gereinigt werden, bei alten Fassaden häufig im Hochdruck-Sprühverfahren → ca. 1,80 bis 4,50 € / m².
  • In vielen Fällen ist auch eine Grundierung notwendig, je nach erforderlichem Grundiermittel liegt man hier bei → ca. 3,00 bis 4,00 € / m².
  • Dämmstoff kleben: Polystyrol in Fachverbandsqualität, abgelagert, damit kein Schwund der Platten mehr auftritt, der "Schüsseleffekte" und Risse begünstigt. Beispielsweise Dämmstoffstärke 160 mm, Wärmeleitgruppe WLG035 – schließlich muss die EnEV (Energieeinsparverordnung) erfüllt werden und man kann ja nicht einfach kleben, was man so möchte. Abhängig von Gebäudegröße und Schwierigkeit → ca. 30,00 bis 35,00 € /m²
  • Bei Untergründen, die nicht neu, sondern bereits gestrichen, beschichtet oder angegriffen sind, wird zur Sicherheit gedübelt. Typischer Preis für 6 Dübel / m² bei üblicher Dübellänge → ca. 15,00 € / m²
  • Dazu eine Armierung mit Gewebeeinlage und üblicher weißer Putz in Kornstärke von 2 - 3 mm → ca. 30,00 bis 35,00 € / m²
  • Dann noch der Farbanstrich, je nachdem ob weiß, getönt oder kräftig farbig typischerweise → ca. 8,00 bis 15,00 € / m²

Vor allen Dingen wir hier eines deutlich: Es kommt auf den Einzelfall an!

Der Gesamtpreis unserer Beispielrechnung reicht von ca. 72,00 Euro (ohne Grundierung, ohne Dübelung, einfach weiß gestrichen) bis ca. 110,00 Euro pro m² in anspruchsvollen Fällen. Wenn wir jetzt einmal von dem rechnerisch mittleren Preis von ~90,00 Euro / m² ausgehen, so müssen Sie jedoch bedenken, dass der Maler nicht fliegen kann, dass die Nachbarn nörgeln und das der Staat auch noch seinen Anteil verlangt!

Also realistisch:

  • Rechnerisch mittlerer Preis → 90,00 € / m²
  • Gerüstkosten → 10,00 € / m²
  • Gerüstnetze gegen übermäßige Schmutzbelästigung des Nachbarn → 4,00 € / m²
  • dazu noch die Mehrwertsteuer auf das Ganze → 19,76 €/ m²
  • Summe → 123,76 € / m²

Mit diesen Kosten müssen Sie bei einem WDVS rechnen

Kommen wir damit zu den Punkten, weshalb man auf einer Internetseite nicht allgemeingültig sagen kann, welche Kosten bei einem WDVS entstehen. Im Erd- und Spritzwasserbereich, also am Sockel und an Balkonplatten, müssen spezielle, geeignete Dämmplatten verwendet werden – mit speziellem Kleber und zusätzlich gestrichenem Spritzwasserschutz. Die dabei anfallenden Kosten müssen im Einzelfall individuell errechnet werden. Dasselbe gilt für Eckwinkel an den Gebäudeecken, Dichtbänder, Anschlussleisten und Abschlussecken der Fenster sowie Sockelschienen, Abschlussprofile, Brandriegel und neue Außenfensterbänke.

Aus der Erfahrung heraus kann hier durchaus noch mal ein Aufwand – verteilt man ihn auf die ganze Fläche – von 10,00 bis 15,00 Euro pro m² fällig werden. Nochmals gesagt, es handelt sich hierbei um Erfahrungswerte, zu denen im Einzelfall durchaus Abweichungen möglich sind.

Am billigsten wird es theoretisch bei einem eingeschossigen, fensterlosen Haus – okay, will keiner und hat auch niemand. Ein gutes Stück teuer wäre es dagegen theoretisch bei der rückwärtigen Fassade eines Reihenhauses ohne Hofzugang, wenn das gesamte Material durch das Haus getragen werden muss. Ein solches Haus hat aber wiederum meistens nicht sehr viel m² Fassadenfläche.

Bleiben wir bei der Theorie:

  • Reihenmittelhaus, 5 m breit, 6 m hoch, vorne und hinten dämmen → ca. 9.000,00 bis 15.000 €
  • "normales" kleines Einfamilienhaus, ca. 200 m² Fassadenfläche → ca. 25.000,00 bis 33.000,00 €

Nochmals: Dies sind theoretische Werte als erster Anhaltspunkt für die Beantwortung der Frage: „Was kann ein WDVS kosten? “. Abweichungen sind möglich.

Lohnt sich ein Wärmedammverbundsystem?

Kommen wir nun zu der wichtigen Frage, die mit am häufigsten gestellt wird:

„Lohnt sich das überhaupt? Wann kriege ich das über die Heizkosten amortisiert?“

Ehrliche Antwort (und eine private Meinungsäußerung):

Rein finanziell, wenn Sie NUR die Heizkosten betrachten, dauert es sehr, sehr lange, bis sich ein Wärmedämmverbundsystem amortisiert. Allerdings erhalten Sie mit Ihrer Investition noch viel mehr, als "nur" geringere Heizkosten:

  • eine neue Fassade im neuen Look.
  • ein besseres Raumklima.
  • keine kalten Wände mehr – und im Sommer weniger Aufheizung des Gebäudes

Die Entscheidung liegt bei Ihnen!

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